Kickstart für eine agile Geschäftskultur

Oder: Sechs gute Gründe für Design Thinking

Dass sich die digitale Transformation auch in der Kultur eines Unternehmens niederschlagen muss, hat sich inzwischen herumgesprochen. "Kulturwandel" aber ist ein großes Wort – und funktioniert eben nicht durch Appelle. Kulturprägend ist nicht das Wort, sondern das Tun. Die erste Design-Thinking-Regel lautet: Don’t talk. Do! Als agile Methode für kreative Problemlösung macht Design Thinking die neuen Prozessmuster der digitalen Transformation unmittelbar erfahrbar: lösungs- und kundenorientiert, ergebnisoffen, flexibel und interdisziplinär. Im besten Fall gelingt der direkte Transfer von agilen Denk- und Arbeitsweisen in die tägliche Arbeit. Sicher, ein Design-Thinking-Workshop macht noch keinen Kulturwandel. Aber er ist ein guter Start.

Design Thinking ist keine Rocket Science, Design Thinking ist eine Haltungsfrage. Sich auf diese Methode einzulassen, bedeutet in erster Linie, für neue Denk- und Arbeitsweisen offen zu sein. Design Thinking vereint alle Prinzipien agilen Arbeitens: Schnelligkeit und Veränderungsbereitschaft, Kunden- und Umsetzungsorientierung, Kreativität und Empowerment, interdisziplinäre und hierarchieübergreifende Zusammenarbeit. Die Vielfalt der einsetzbaren Methoden begünstigt ausgefallene Ideen, Arbeit in kleinen Teams führt zu starker Involvierung der Teilnehmer. So setzt Design Thinking kraftvolle Dynamiken für die Gestaltung der digitalen Transformation frei.

Jenseits des Hypes verfolgt Agilität letztlich genau ein Ziel: Erfolg im Wettbewerb zu haben – und zwar durch die Entwicklung wertschöpfender Produkte, Lösungen oder Dienstleistungen. Wie alle agilen Methoden ist Design Thinking daher stark ergebnisorientiert. Ein strukturierter, iterativer Prozess gibt den Rahmen vor. Ob es um innovative Produkte oder Geschäftsmodelle, die Verwirklichung strategischer Ziele oder neue Formen der Zusammenarbeit geht: Am Ende einer Iteration steht immer ein Prototyp. So werden Ideen greif- und kommunizierbar. Die im Prototyp konkretisierten Lösungsansätze werden anschließend an der Zielgruppe getestet und bis zur Reife weiterentwickelt.

Die digitale Transformation ist ein gemeinsamer Such- und Lernprozess. Der Fokus liegt dabei nicht auf Innenbetrachtung und Nabelschau, gefördert wird vielmehr die Öffnung nach außen, Richtung Kunde und Wettbewerb. Design Thinking zwingt dazu, konsequent die externe Perspektive einzunehmen. Ein Problem wird immer erst vollständig aus Sicht der Zielgruppe durchdrungen, bevor die Suche nach Lösungsansätzen beginnt. Persona, Moodboards, User Journeys oder strukturierte Interviews sind nur einige Instrumente aus der Design-Thinking-Toolbox, die den Blick auf die Zielgruppe fokussieren.

Design Thinking eignet sich als Methoden-Set für kreative und lösungsorientierte Meetings, kann den Rahmen für mehrmonatige Innovationsprojekte bilden oder als prinzipielle Haltung und Herangehensweise einer agilen Geschäftskultur verstanden werden. Stark verdichtete und ergebnisorientierte Design-Thinking-Workshops funktionieren als kraftvolle Impulse für die digitale Transformation: Innerhalb eines Tages können Teams unterschiedlichste Fragestellungen bearbeiten und so zum Beispiel Formate für die Gestaltung agiler Führung und Zusammenarbeit entwickeln oder Maßnahmen für die Umsetzung von Strategieinhalten entwerfen.

Design Thinking ist neu, ungewohnt und ergebnisoffen. Mit Design Thinking bewegt man sich jenseits ausgetretener Pfade – und manchmal auch außerhalb der eigenen Komfortzone. Design Thinking fordert die intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven und Menschen. Gleichzeitig fördert Design Thinking die Zusammenarbeit im Team, eröffnet neue Sichtweisen auf sich selbst und die Welt. Es ist spannend, bunt, offen, schnell, überraschend und extrem kreativ. Design Thinking macht tatsächlich – Spaß.