Finanzmarkt im Fokus

Das Ergebnis überrascht einerseits wenig, korrespondiert es doch mit der Bewertung der aktuell wichtigsten Herausforderung – der Finanzmarktkrise. Erstaunlich ist aber die hohe Zahl der Wirtschaftsvertreter, die dem Finanzsektor offenbar nach wie vor nicht trauen. 53 Prozent aller Befragten und sogar 64 Prozent der Wirtschaftsvertreter, die grundsätzliche Veränderungen für notwendig halten, meinen, dass die Finanzmärkte stärker reguliert und die Banken stärker kontrolliert werden sollen.

Dabei appellieren die Befragten offensichtlich auch an die „Selbstheilungskräfte“ der betroffenen Wirtschaftszweige: In der spontanen Abfrage, welche Wirtschaftszweige in besonderer Weise Veränderungen vornehmen müssen, liegen die „Finanz- und Kapitalmärkte“ an erster Stelle. 44 Prozent aller Befragten sehen hier Handlungsbedarf. Mit 51 Prozent meint das mehr als jeder zweite befragte Politiker, aber auch 41 Prozent der Wirtschaftsvertreter. An zweiter Stelle rangiert der Bankensektor mit insgesamt 31 Prozent. Leicht überdurchschnittlich schreiben 35 Prozent der Wirtschaftsvertreter hier den Verantwortlichen der Branche einen Veränderungsauftrag ins Pflichtenheft.

Die Finanzindustrie rangiert mit relativ großem Abstand vor der Energiewirtschaft als nächstplatzierte Branche, gefolgt von der Versicherungswirtschaft. Obwohl die Energiewirtschaft in den vergangenen Jahren einem Dauerfeuer der öffentlichen Kritik ausgesetzt war, liegt sie mit einem Wert von zwölf Prozent vergleichsweise weit entfernt vor der Finanzwirtschaft. Dies mag mit ein Indiz für die als notwendig erachtete drängende Lösung der Finanzmarkt- und Eurokrise sein und stützt die These, dass vor allem die Akteure der Finanzwirtschaft als Teil des Problems, aber nicht als Problemlöser wahrgenommen werden.

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