Globale Vernetzung und individuelle Einbindung

Verständigung zwischen den Welten gelingt im Dialog

Der Internen Kommunikation die Rolle eines Dolmetscher zuzuschreiben, kann ganz wörtlich gemeint sein: wenn es um die Ansprache verschiedener Kulturen im Unternehmen geht, etwa um die Verständigung zwischen Asien und Europa. Übersetzungsleistung ist aber auch gefragt, wenn verschiedene Unternehmenskulturen zusammengebracht werden sollen. "Die da oben", "wir hier unten": Zwischen dem Corporate Center und der Fläche liegen oft Welten.

Dass die Verständigung zwischen den Welten nur im Dialog gelingen kann – diese Erkenntnis zog sich wie ein roter Faden durch die von Deekeling Arndt Advisors ausgerichtete SCM-Vorabendveranstaltung.

Bei aller Andersartigkeit der Sitten und Bräuche – letztlich sind Menschen in ihrem Grundbedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung gleich. Das berichtete Silke Rosskothen aus ihrer Erfahrung bei KIA Motors. Entsprechend lautete ihr Fazit: Der wichtigste Erfolgsfaktor der interkulturellen Kommunikation ist Respekt im Umgang mit dem anderen. "Auf Menschen zugehen, sie ernst nehmen und, wo möglich, einbinden – darauf kommt es an."

Über die Chancen der direkten Mitarbeiterbeteiligung sprachen auch Thomas Wels und Katrin Lamprecht von VIVAWEST. Mit der preisgekrönten Mitarbeiter-Kampagne "VIVAWEST & Ich" ermöglichte die Geschäftsführung den Mitarbeitern, das Unternehmensleitbild eigenverantwortlich auszugestalten – ohne inhaltliche Vorgaben und Beschränkungen. 100 Prozent positive Mitarbeiter-Statements zu VIVAWEST haben diesen Ansatz bestätigt. Im Ergebnis, so Wels und Lamprecht, wurde die Identifikation der Belegschaft mit ihrem Unternehmen verstärkt. Und VIVAWEST hat authentische Markenbotschafter aus der Mitte des Unternehmens gewonnen.

Olivia Patzelt, Teamleiterin Internal and External Communications bei GETRAG Magna Powertrain, nannte Dialog ebenfalls als zentralen Erfolgsfaktor, wenn es darum geht, "One Voice" im Unternehmen sicherzustellen. Folgerichtig wurde die globale Kommunikation bei GETRAG unter frühzeitiger Einbeziehung aller Stakeholder aufgesetzt. Dazu reisten die Kommunikatoren aus der schwäbischen Zentrale in die Regionen weltweit, um gemeinsam Leitplanken der neuen Aufstellung zu setzen – und luden umgekehrt die Kollegen zu Workshops nach Deutschland ein. Bis heute sind regelmäßiger Austausch und projekthafte Zusammenarbeit im globalen Kommunikationsteam eine Selbstverständlichkeit. "Strategische Ziele müssen von der Zentrale vorgegeben werden", so Patzelt. "Die Umsetzung und Ausgestaltung sollte man aber so weit wie möglich den Regionen überlassen."

Zum häufig beobachteten Konflikt zwischen "Corporate" und "Fläche" tragen beide Seiten mit spezifischen Einstellungen und Verhaltensweisen bei – so der Kommunikationsberater Patrick Maloney. Als Kommunikator im Konzern lernte er beide Seiten kennen, die Zentrale wie auch den Blickwinkel der Tochtergesellschaften. Sein Fazit: Statt sich in Grabenkämpfen zu verzetteln, sollte die Interne Kommunikation den wertschöpfenden Bereichen dienen. Indem sie etwa Business-Probleme in den Fokus ihres Handelns stellt. Und indem sie es als eine ihrer zentralen Aufgaben versteht, auch kritischen Dialog im Unternehmen zu gestalten. "Wir  Kommunikatoren müssen die Rolle eines ´Hofnarrs´ übernehmen", sagt Maloney. "Wer, wenn nicht wir, kann dem Kaiser sagen, dass er keine Kleider trägt?"

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