Ergebnisse der Studie "Standort Zukunft"

Die Generation um die 30 wird auch häufig als Generation Y bezeichnet. Diese gilt als verwöhnt, anspruchsvoll, verträumt und etwas realitätsfern. "Sie möchte eine Familie, aber sich nicht wirklich binden. Und schon gar nicht so früh. Sie verachtet den Konsum, aber Markenklamotten sollen es dann schon sein. Sie hält Wachstum für schädlich, außer auf dem eigenen Konto. Sie verurteilt den ´Raubbau an der Natur´, aber ein geräumiges Loft ab hundert Quadratmetern wäre nicht schlecht", spitzt es der Cicero-Autor Wolfang Bok zu.

Die Ergebnisse der Studie "Standort Zukunft" ergeben jedoch ein anderes und differenzierteres Bild. Deutlich wird dabei vor allem: Die Generation um die 30 steht mit beiden Beinen im Leben und weiß genau, was sie will.

Nicht wohlstands- und wachstumskritisch

Wirtschafswachstum ist den Befragten wichtig, insbesondere weil es Sicherheit schafft und die Erfüllung materieller Wünsche ermöglicht. Jedoch muss Wachstum gerecht verteilt werden, es dürfen nicht nur wenige davon profitieren, während die breite Masse leer ausgeht.

Großes Bedürfnis nach Sicherheit

Besonderen Stellenwert im Leben der befragten 27-34-Jährigen hat ein glückliches Familienleben. Auch Freiheit und Selbstentfaltung spielen für sie eine entscheidende Rolle im Leben. Das bedeutet, genügend Zeit für die Familie und Freizeitaktivitäten zu haben – dementsprechend muss der Beruf genügend Freiräume und Flexibilität bieten. Gleichzeitig sehnen sich die Befragten auch nach Stabilität und Planbarkeit – auch deswegen ist ihnen Sicherheit im Beruf deutlich wichtiger als Gehalt oder Status.

Pragmatisch und ideologiefrei

Um die 30-Jährige haben einen pragmatischen, nicht ideologiegetriebenen Zugang zu politischen Themen. Auch beim Umwelt- und Klimaschutz geht es vor allem um die praktische Umsetzbarkeit – zudem hat die Zahlungs- und Opferbereitschaft Grenzen und muss zum eigenen Portemonnaie passen.

Skeptischer Blick in die Zukunft

Um die 30-Jährige denken, dass ihre Generation heute und in Zukunft viele Lasten zu tragen hat: Das staatliche Renten- und Sozialsystem ist überlastet und immer weniger Junge müssen mehr und mehr Alte finanzieren. Die Älteren haben aus Sicht der Jüngeren heute zu großen Einfluss auf politische Entscheidungen, wohingegen die Interessen der Jüngeren kaum gehört werden. Sie wünschen sich daher mehr Aufmerksamkeit für Themen, die ihnen wichtig sind, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Bildung und Forschung.

Energiewende möglichst planvoll und effizient

Die Energiewende darf nicht zulasten zukünftiger Generationen gehen. Genauso darf sie aber auch jetzt nicht zur finanziellen Überbelastung werden. Das Gros der Befragten befürchtet, dass Strom für Teile der Gesellschaft in Zukunft nicht mehr bezahlbar sein wird. Aus ihrer Sicht sind daher Bezahlbarkeit sowie Versorgungssicherheit die wichtigsten Aspekte beim Thema Strom. Umweltschonende und heimische Energieerzeugung sind ebenfalls wichtig, haben aber demgegenüber eine geringere Bedeutung.

Industrie als wichtiger Standortfaktor

Um die 30-Jährige haben ein positives Bild von der Industrie, sie verbinden diese mit Erfolg, Qualität, Wachstum und Arbeitsplätzen. Sie wissen um deren Bedeutung für Wachstum und Wohlstand und befürchten, dass die Industrie aufgrund zu hoher Strompreise abwandern könnte und so Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden.