Bericht vom Pressefrühstück

AMO
James Abernathy, Executive Chairman von Abernathy MacGregor
Tom Johnson, CEO von Abernathy MacGregor
Angus Maitland, Chairman von Maitland
Egbert Deekeling, Senior Partner bei Deekeling Arndt Advisors
Volker Heck, Senior Partner bei Deekeling Arndt Advisors

Am 3. November trafen sich Vertreter der deutschen Finanzpresse und des AMO-Netzwerks zu einem Pressefrühstück in der Villa Kennedy in Frankfurt a. M. Nach einer kurzen Begrüßung übergab Volker Heck an Angus Maitland, der einen ersten Überblick über das Brexit-Votum gab.

Seine Hauptthemen waren der unerwartete Ausgang der Brexit-Wahl sowie die generelle Stimmung in Großbritannien: Die Bevölkerung hatte mit dem Ergebnis so nicht gerechnet, war schockiert und irritiert, eine Art Verbitterung stellte sich ein. Darüber hinaus betonte Angus Maitland die tiefe Spaltung des Landes und die Auswirkungen: David Cameron dankte ab und Theresa May wurde neue Premierministerin. Angus Maitland geht von einem sanften Brexit mit einer 10jährigen Übergangsphase als wahrscheinlichstem Szenario aus, verbunden mit der Fortführung des europäischen Freihandels als beste Lösung für beide, Großbritannien und Europa. Trotz dieses Ergebnisses wird Großbritannien Kompromisse schließen müssen, insbesondere in der Einwanderungspolitik. Angus Maitland betonte, dass die Wahl nicht ungeschehen gemacht werden könne. Allerdings könne er sich durchaus vorstellen, dass der britische Export in der Zukunft vom Brexit profitiere. Gleichzeitig erwarte er einen Anstieg der Inflation von derzeit 0,7 Prozent auf künftig vier Prozent. Unterm Strich gäbe es zurzeit viel Unsicherheit in Großbritannien und es stünden schwierige Jahre bevor.

Als Nächstes sprach Tom Johnson, der sich mit den anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA und deren Auswirkungen auf das Investitionsgeschehen beschäftigte, das trotz des unsicheren Wahlausgangs Fahrt aufgenommen habe. Seiner Meinung nach werde sich dies so fortsetzen, falls Hillary Clinton gewinne. Für den Fall einer Präsidentschaft von Donald Trump könne niemand die Auswirkungen auf die Märkte absehen. Trotz allem erwartet Tom Johnson keine rückläufigen M&A-Aktivitäten, ganz im Gegenteil, er sieht künftig sogar mehr Geschäft. Laut Tom Johnson liegt das an einem organischen Wachstum, das immer schwieriger zu erreichen sei.

In der folgenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, in welchem Umfang sich nationalistischer Protektionismus auf M&A-Geschäfte auswirken wird. Üblicherweise gäbe es bei länderübergreifenden Geschäften einen nationalistischen Aufschrei in der Öffentlichkeit. Tom Johnson erklärte jedoch, dass die Käufer heute klüger seien: Sie behielten den Namen des erworbenen Unternehmens, seine Mitarbeiter, das Management sowie den Hauptsitz, so dass der öffentliche Widerstand erst gar nicht aufkomme. Angus Maitland bestätigte, dass dies ebenso für Großbritannien zutreffe.

Eine Ausnahme gebe es jedoch: Bei transnationalen Deals mit China scheine die Stimmung eine andere zu sein, wie vor kurzem in Deutschland deutlich wurde, wo sogar die Regierung Empfehlungen aussprach. Tom Johnson stimmte dem zu und erklärte, dass solche Abkommen in den USA einer gesonderten Prüfung unterzogen würden.