Dauerbrenner Restrukturierung – Management von Komplexität

Restrukturierungen stehen trotz positiver konjunktureller Daten nach wie vor auf der Tagesordnung der deutschen Wirtschaft – ausgelöst vor allem durch politische und technologische Entwicklungen. So beeinflussen etwa die Sanktionen gegen Russland, der Brexit oder die zunehmende Regulierung das wirtschaftliche Handeln. Daneben erhöht die Digitalisierung den Druck auf alle Industrien. Steigende Kundenanforderungen und hoher Preisdruck durch neue Wettbewerber machen vor allem der Konsumgüter- und Automobilbranche zu schaffen. Der Schwerpunkt der Restrukturierung liegt darauf, Geschäftsmodelle zu adjustieren sowie Organisation und Prozesse zu verschlanken.

Restrukturierungen sind heute gekennzeichnet durch eine immer weiter ansteigende Komplexität. Diese wird bestimmt durch folgende Faktoren:

1. Gleichzeitigkeit von Betroffenheiten: Digitalisierung ist die Chance für den Turnaround, Ursache und wesentlicher Beschleuniger der strategischen Anpassungen. Und gleichzeitig die größte Herausforderung. Denn es wird Kapital benötigt, um den digitalen Nachholbedarf zu überwinden. Und das bedeutet einschneidende Kosteneinsparungen in einzelnen Geschäftsfeldern, während anderswo investiert und aufgebaut wird. Segen und Fluch gleichzeitig zu vermitteln, wird zu der zentralen Kommunikationsaufgabe.

2. Umgang mit Partikularinteressen: Restrukturierungen lassen sich nicht mehr nur auf einige wenige Zentren der Veränderung konzentrieren. Digitalisierung und Innovation erfordern eine umfassende Anpassung der Geschäftsmodelle, die Auswirkungen auf alle Geschäftsfelder und -einheiten hat – national und international. Einer übergreifenden Business-Rationalität stehen häufig Partikularinteressen entgegen. Allein in Politik und Öffentlichkeit müssen vielfach auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Regionen divergierende Ansprüche berücksichtigt werden. Die Zahl der einzubindenden Stakeholder vervielfacht sich.

3. Neue unternehmerische Lösungen: Wege für die Fokussierung des Geschäfts und die Bewältigung der Digitalisierung werden nicht mehr nur im klassischen strategischen Repertoire gesucht. Kooperationen und Plattformen, Entflechtungen und neue Joint Ventures, Abspaltungen und Ausgliederungen, Outsourcing und Outtasking müssen den Stakeholdern neu erklärt, ihr Nutzen muss aus unterschiedlichen Perspektiven vermittelt werden.

Kommunikation in der Restrukturierung meint das Management von multiplen Stakeholdergruppen. Investoren, Lieferanten, Kunden, Medien, Politik, Mitbestimmung und Mitarbeiter müssen informiert und eingebunden werden. Dabei geht es vor allem um:

Einen sicheren Prozess: Restrukturierungen verursachen Unsicherheit und Nervosität. Ein Kommunikationsprozess, der allen rechtlichen und inhaltlichen Vorgaben entspricht und die Anforderungen aller Anspruchsgruppen berücksichtigt, minimiert Spekulationen und  Kurzschlussreaktionen und sorgt für einen aktiven statt reaktiven Kommunikationsprozess. Das Topmanagement behält so die Deutungshoheit.

Echte Perspektiven: In Restrukturierungen dominieren Zahlen, Daten & Fakten. Eine Kommunikation, die ein überzeugendes Zukunftsbild aufbaut, erleichtert es allen Betroffenen, Einschnitte zu akzeptieren, und macht das Unternehmen auch langfristig attraktiv für Kunden und Kapitalmarkt.

Wir machen Komplexität beherrschbar und stellen in unserer Taskforce sicher, dass alle relevanten Stakeholdergruppen berücksichtigt werden.

Unsere Experten für Ihre Restrukturierung:

Olaf Arndt, Susanne Arndt, Dr. Dirk Barghop, Alfredo Flores, Volker Heck, Jörg Kohnen-May, Stephan Rammelt
 

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